Der Li-Stil

Die Trainerin Annette Böffinger

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Der Li-Stil

In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts kam der Li-Stil mit Li Kam Chan, dem letzten Vertreter der Li-Familie, nach England. Li Kam Chan war einer der Ersten, der die taoistischen Künste öffentlich unterrichtete. Er begann, einer kleinen Gruppe in London sein Wissen weiterzugeben. Unter seinem Adoptivsohn Chee Soo wurde der Li-Stil in ganz England bekannt und kam Ende der 70er auch nach Deutschland.

Heute ist Tony Swanson, ein langjähriger Schüler Chee Soo`s, der technische Direktor und Hauptlehrer der TAO (Taoist Arts Organisation), dem mittlerweile internationalen Verbandes des Li-Stils.

Der Li-Sti umfasst ein breites Spektrum an Bewegungskünsten. Es beinhaltet sowohl heilende Künste als auch verschiedene Kampfkünste. Zu den heilenden Künsten zählen u.a. die beiden Qigong-Formen Kaimen und Daoyin, zu den Kampfkünsten gehören neben dem T`ai Chi das Fengshou-Kung Fu (Hand des Windes) und das Chi Shu (Ansteigender Pfad), die Kunst des Werfens.

Gemeinsam ist allen Disziplinen die Pflege und Arbeit mit der Chi-Energie. Nach dem Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist ein Körper gesund, wenn die Chi-Energie frei fließen kann, wenn es keine Blockaden gibt, die Organsysteme weder einen Energiestau oder Energiemangel aufweisen, die Balance zwischen Yin und Yang gewahrt ist. Ein harmonischer Energiefluss ist so für die Gesunderhaltung unseres Körpers wichtig. Die Bedeutung von Qigong und T`ai Chi im Bereich der Krankheitsvorbeugung und der Unterstützung bei der Heilung von Krankheiten ist heute allgemein anerkannt. Auch die Prinzipien der Körperhaltung und der Bewegung, ob alleine in der T`ai Chi-Form oder mit dem Partner beim Kung Fu oder Chi Shu, sind in allen Teildisziplinen des Li-Stils die gleichen.

Daoyin heißt übersetzt Führen und Leiten. Daoyin-Übungen sind Atemkraftübungen mit meist poetischen Namen (Blumen sammeln, Glücklicher Tag, das Feuer des Tages entfachen...) Die äußeren Bewegungen sind meist einfach auszuführen. Trotzdem stellen diese Atemübungen große Anforderungen an unsere Konzentration, speziell auf das Lenken des Atemflusses. Daoyin Übungen wirken generell positiv auf die Organsysteme und werden oft zur Rekonvaleszenz eingesetzt.

Kaimen (Offenes Tor) ist ein taoistisches Yogasystem. Der Name Offenes Tor bezieht sich auf die Öffnung der Gelenke und der Energiekanäle unseres Körpers. Es gibt eine Vielzahl verschiedener einzelner Kaimen Übungen und Übungsreihen, die uns helfen, unseren Körper bewusster wahrzunehmen, zu öffnen und zu trainieren. Allgemein wird die Beweglichkeit und Flexibilität, aber auch die Stabilität des Körpers gestärkt. Verschiedene Meridiane und Organsysteme werden mit Energie versorgt. Jede Übung besteht aus einer Grundübung, die ohne große körperliche Anstrengung ausgeführt wird und bei der die Koordination der Bewegung mit der Atmung eine wichtige Rolle spielt. Darauf folgt eine Erweiterung, die körperlich anspruchsvoller ist und in stärkerem Maße die Muskulatur und die Beweglichkeit des ganzen Körpers trainiert.

T`ai Chi – das „Höchste Prinzip“, in Deutschland mittlerweile weit verbreitet unter dem Schlagwort „Meditation in Bewegung“ , ist die wohl bekannteste Disziplin des Li-Stils. Schon die harmonischen und fließenden Bewegungsabläufe anzusehen wirkt oft beruhigend und entspannend. So ist T`ai Chi bei uns meist unter dem Aspekt Entspannung für Körper, Geist und Seele, eben als Ausgleich für den stressigen Alltag bekannt. Dazu kommt die positive Wirkung auf die Gelenke gerade bei Rückenbeschwerden und die allgemeine Stärkung der körperlichen Abwehrkräfte und Steigerung der Vitalität, der Lebenslust und Lebensfreude. Weit weniger bekannt ist die Tatsache, dass T`ai Chi eine Kampfkunst ist. Die Prinzipien der Körperhaltung und Körperstruktur, die Verwurzelung, das Lenken der Bewegung aus unserem Zentrum heraus, das Öffnen der Gelenke uvm, kann ebenso zur Selbstverteidigung wie zur Erhaltung der Gesundheit genutzt werden. So gibt es neben der T`ai Chi –Form eine Vielzahl von Partnerübungen, die fließend zum Fengshou-Kung Fu überleiten.

Fengshou-Kung Fu oder Windhandstil ist eine weiche Kung Fu-Art, die die gleichen Bewegungsprinzipien wie das T`ai Chi benutzt. Die Bewegungen sind jedoch schneller, kraftvoller, explosiver, die Stände meist tiefer und größer. Man lernt Tritten und Schlägen auszuweichen, sie abzuwehren, selbst anzugreifen. Neben Partnerübungen gibt es verschiedene Handformen, daneben mehrere Waffenformen wie Schwert, Stock, Säbel...

Chi Shu, die Kunst des Werfens, oft auch als chinesisches AIKIDO bezeichnet, ist im gewissen Sinne eine Weiterführung des Fengshou-Kung Fu`s. Nach dem Abwehren eines Angriffes lernt man die Kontrolle über den Partner zu behalten, um ihn mit Hebel- oder Wurftechniken entweder zum Boden zu führen und dort zu halten oder den Angreifer zu werfen. Auch hier werden die gleichen Bewegungsprinzipien wie im T`ai Chi und Fengshou benutzt.


Weitere Informationen können der web-Seite des Li-Stils entnommen werden: www.li-stil.de oder sind telefonisch zu erfragen bei: Annette Böffinger Tel: 06074/61013



Weitere aktuelle Informationen:

Li Stil auf der web site http://www.li-stil.de


Last update: 13/Nov/2005